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die unterstufe

Die Unterstufe der Landschule Schönau umfasst die Schulstufen 1 bis 5. In dieser Zeit, werden die Kinder vor allem von eine:r Klassenleiter:in durch die Vormittage begleitet, während einige Fachlehrer:innen (z.B. für Eurythmie, Russisch, Handarbeit) „zu Besuch“ kommen. Die durchgehende Begleitung durch eine Bezugsperson schafft Geborgenheit, die wiederum Grundlage für die Entwicklung eines positiven Sozialverhaltens ist.

Der Rhythmus im Unterricht ist gerade in der Unterstufe besonders wichtig. Daher beginnen wir jeden Tag mit dem Epochenunterricht. Dieser ist aufgeteilt in rhythmischen Teil, Arbeitsteil und Erzählteil

Nach der gemeinsamen Jause und einer Pause, die grundsätzlich draußen stattfindet und zum gemeinsamen Spielen und Toben genutzt wird, schließt sich der Kanon der übrigen Fächer an den Hauptunterricht an. Neben den Fremdsprachen,  Bewegung und den kunst- und handwerklichen Fächern, kommt auch das Üben von Rechnen und Schreiben während der Übstunden nicht zu kurz. 

Ganz nebenbei werden auch regelmäßig Klassenspiele oder kürzere Auftritte für Feste und Veranstaltungen eingeübt. 

Die Kinder haben das Bedürfnis, die Natur, die Sprache, den Klang und die von den Menschen entwickelten Kulturtechniken zu erleben. Wichtig ist dabei, dass das Kind nicht nur Achtung und Ehrfurcht vor dem Bestehenden empfinden lernt, sondern auch vor dem, der etwas kann.
So entwickelt sich neben dem Sich-in-der-Welt-beheimatet fühlen gleichzeitig das Bedürfnis, auch etwas zu können und gibt dem Lernen Ziel und Motiv.

 

Ziel ist es, den Kindern neben dem üblichen Lehrplan wesentliche Dinge für ihr gesamtes weiteres Leben mitzugeben. Diese sind unter anderem: 

  • die Ausbildung und Schulung der basalen Sinne

  • die Pflege der Beziehungen zu Menschen und Dingen

  • die Schulung des Willens

  • Grundlagen von Spiel und Gemeinschaft

  • eine gesunde und förderliche Beziehung zur Natur

Wir möchten dabei helfen, die uns anvertrauten Kinder zu eigenverantwortlichen Menschen erziehen, die schöpferisch ihre Umwelt gestalten können und sich ihrer Fähigkeiten bewusst sind. So tragen wir dazu bei, dass unsere Schüler:innen zu freien und tatkräftigen Menschen heranreifen können. 

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das bewegte klassenzimmer

Das Konzept der Rudolf Steiner Landschule Schönau für die erste und zweite Schulstufe will einerseits dem Bewegungsbedürfnis der jungen Schulkinder entgegenkommen und andererseits die Lernfähigkeit durch intensive Sinnesschulung stärken. 

An Stelle der üblichen Schultische haben wir niedrige Vollholz-Bänke anfertigen lassen, die zum Sitzen, Schreiben und für das Balancieren verwendet werden können. Dreht man sie um, so kann man eine schwebebalkenähnliche Konstruktion beliebig zusammenstellen. Bunte Polster dienen zum Sitzen und zum Spielen. Diese Kleinmöbel lassen sich auch leicht und platzsparend zur Seite räumen, um im Klassenraum viel Platz für das Seilspringen, Reigenspiele, Balancierübungen und Rollenspiele zu gewinnen.

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der rhythmische teil

Im rhythmischen Teil des Unterrichts werden Gewohnheiten gepflegt (Morgenspruch, Zeugnissprüche), gesungen und musiziert, Gedichte rezitiert und natürlich darf ausreichend Bewegung nicht fehlen. Die Kinder kommen erst einmal richtig in der Schule an, bevor sie sich der geistigen Arbeit widmen. 

Der Körper wird bspw. mit Seilspringen oder Balancieren geweckt und sich täglich wiederholende Rituale wie das Entzünden der Klassenkerze oder das stete Erlernen neuer Lieder und Gedichte bereitet den Boden, auf dem die neuen Lehrinhalte dann fruchtbar wachsen und gedeihen dürfen. 

 

 
seilspringen

Das Seilspringen mit langem Seil stärkt das rhythmische Empfinden, bietet Chancen zur Angstüberwindung, erfordert hohe Konzentration und fördert das soziale Miteinander. Auf spielerische Weise lernen die Kinder hier auch das Zählen in verschiedenen Fremdsprachen. Durch Balancieren und Spiele mit verbundenen Augen werden die basalen Wahrnehmungen des Tastens, des Gleichgewichts und des eigenen vitalen Befindens geschult. Diese Sinnestätigkeiten sind grundlegend für das Lesen- und Schreibenlernen sowie für das Rechnen.

 

 
erzählteil

Am Anfang des Unterrichts steht der musikalisch-sprachliche Teil und die Bewegung. Im darauf folgenden Arbeitsteil wurde der Geist angestrengt und tätig gehandelt. Nun dürfen die Schüler:innen in eine Welt der inneren Bilder eintauchen, die als eine Hilfe für die seelische Entwicklung betrachtet werden können. 

Der Erzählstoff richtet sich wie immer nach dem Alter und damit dem Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen. Dabei gehen die Pädagog:innen meist nach folgendem Muster vor: 

1. Klasse: Märchen und sinnhafte Geschichten

2. Klasse: Fabeln und Tiergeschichten

3. Klasse: Geschichten aus dem alten Testament

4. Klasse: Nordische Mythen (Edda) und Heldensagen

5. Klasse: Griechische Sagen 

6.-8. Klasse: historische Berichte, Biografien, Geschichten anderer Kulturen und Kontinente