GESCHICHTE UNSERER SCHULE

Kategorie

Unsere Schule

Geschrieben

GESCHICHTE UNSERER SCHULE

GESCHICHTE UNSERER SCHULE

Die Geschichte unserer Schule:
35 Jahre Waldorfschule 


1996 übernahmen Eltern und Lehrer den Paradehof und das Kastell des Schlosses Schönau und übersiedelten mit 6 Klassen in die heutige Waldorfschule nach Schönau.


Die Geschichte unseres Ortes

Die Geschichte unseres Schulortes ist ebenso faszinierend wie beeindruckend – und eng mit Erzherzog Otto Franz Joseph von Österreich verbunden. Als großer Pferdeliebhaber ließ er einst den sogenannten Paradehof anlegen: einen großzügigen, offenen Platz, der den Zugang zum Schloss Schönau und zu den Stallungen ermöglichte. Hier konnten Kutschen und Pferde bequem ein- und ausfahren – ein lebendiger Treffpunkt höfischer Eleganz und Bewegung.

Spuren dieser prunkvollen Zeit sind bis heute erhalten. In unserem Werkraum befinden sich noch immer die roten Marmorbecken, die einst als Pferdetränken dienten. Sie erzählen still von der Vergangenheit und lassen erahnen, wie bedeutend dieser Ort einst war.

Auch der Innenhof birgt zahlreiche historische Details: große Torbögen, unter denen früher die Kutschen untergestellt wurden, sowie unser heutiger Festsaal, der einst als Heuboden diente. Wer aufmerksam durch das Gelände geht, entdeckt überall kleine Zeugnisse vergangener Zeiten – alte Gewölbe mit feinen Ornamenten, hohe Durchgänge und versteckte Winkel.

Erst vor kurzem haben die Kinder unter der großen Platane eine alte Pferdetränke ausgegraben – ein weiterer Fund, der die Geschichte unseres Ortes lebendig werden lässt.

So bleibt dieser Ort bis heute ein wenig verwunschen, voller Geschichten und Erinnerungen. Der Schlosspark galt einst als einer der schönsten in Europa – und noch heute scheint dieser Ort ein Stück seiner alten Magie bewahrt zu haben.

Text zum Ausklappen mit einer Zeitleiste zum scrollen z.B. 

Viele, berühmte Persönlichkeiten waren Besitzer von Schloss Schönau: Jérôme Bonaparte, Fürst Johann von und zu Liechtenstein über Erzherzog Otto Franz Josef von Österreich und seinen Sohn Kaiser Karl I. bis hin zu Erzherzogin Elisabeth Marie (der „Roten Erzherzogin“).

Die Geschichte unseres Ortes beginnt schon vor sehr langer Zeit – nämlich im 11. Jahrhundert. Damals baute Hartungus de Schonowe ein Wasserschloss. Es sollte die neu angesiedelten Bayern schützen. Bis ins 13. Jahrhundert gehörte die Burg den „Herren von Schönau“.

Im Laufe der Zeit wechselte die Wasserburg Schönau viele Male ihre Besitzer. Sie lag an einem wichtigen Ort. Von hier aus konnte man das Triestingtal und wichtige Wege in Nord-Süd-Richtung sichern. Immer wieder wurde die Burg angegriffen, vor allem von Osten. Während der Zweiten Türkenbelagerung im Jahr 1683 suchten viele Menschen aus der Umgebung in der Wasserburg Schutz.

Mitte des 18. Jahrhunderts brannte die alte Wasserburg ab. An ihrer Stelle wurde ein Schloss gebaut. Im Jahr 1796 kam es in den Besitz von Baron Peter Freiherr von Braun. Er ließ das Schloss erweitern und lud oft Gäste zu Festen und Veranstaltungen ein. Der Schlosspark wurde in dieser Zeit besonders schön gestaltet und galt als einer der schönsten in Europa. Als Märchenpark mit dem „Tempel der Nacht“ war er eine große Attraktion. Viele Besucher kamen hierher – sogar Kaiser und Könige aus ganz Europa. Aus Geldnot musste Freiherr von Braun das Schloss im Jahr 1817 aufgeben. Er tauschte es mit Jérome Bonaparte gegen ein anderes Schloss. Jérome Bonaparte war der Bruder von Napoleon und König von Westphalen. Nach der verlorenen Schlacht von Waterloo lebte er eine Zeit lang im Exil auf Schloss Schönau.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kauften die Habsburger das Anwesen Schönau. Kaiser Franz Joseph I. schenkte das Schloss seinem Neffen Erzherzog Otto Franz Josef. Dieser ließ das alte Wasserschloss abreißen und baute nach eigenen Plänen eine große, klassizistische Villa. Sie ist das heutige Schloss Schönau. Auch der Park wurde neugestaltet. Es entstand ein Schlossteich, und die Pferde des Erzherzogs wurden in den Stallungen untergebracht. Durch eine Schneise im Wald konnte er direkt zur bekannten Pferderennbahn in Kottingbrunn blicken. Sein Sohn, der spätere Kaiser Karl I., feierte im Schloss seinen 18. Geburtstag. Im Jahr 1910 schenkte Kaiser Franz Joseph I. das Schloss seiner Enkelin Elisabeth Marie von Habsburg-Lothringen zur Hochzeit. Sie heiratete Fürst Windischgrätz und lebte viele Jahre auf Schloss Schönau. Sie war Biologin, entwickelte neue Rosenarten, pflanze seltene Bäume aus vielen Ländern in den Schlosspark und interessierte sich sehr für spirituelle Themen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss von der deutschen Wehrmacht genutzt. Nach dem Krieg, im Jahr 1945, besetzten russische Truppen Schönau und richteten im Schloss ein Krankenhaus für Verwundete ein. Ab 1948 wurde das Gut von den Russen verwaltet. Im Jahr 1951 bekam Alexandrine Baronin Happack das Anwesen. Einige Jahre später wurde das Schloss verpachtet.

Zwischen 1965 und 1973 hatte Schloss Schönau eine ganz besondere Aufgabe. Es war eine Station für jüdische Menschen aus der UdSSR, die auswandern wollten. Rund 70.000 Menschen erhielten hier ihre Reisedokumente, bevor sie nach Israel weiterreisen konnten.

Am 14. Februar 1978 zog das Gendarmerie-Einsatzkommando Cobra in das Schloss ein. Das Schloss wurde umgebaut und für Training, Wohnen und Arbeiten genutzt. Es gab Aufenthaltsräume, eine Sanitätsstation und ein Trainingsgelände. Als die Cobra 1992 nach Wiener Neustadt übersiedelte, wurde das Schloss nicht mehr benutzt und stand schließlich leer. Es begann zu verfallen.

Im Jahr 1995 übernahm die heutige Waldorfschule einen Teil des Schlosses, nämlich den Paradehof und das Kastell.

Seit 2004 gehört Schloss Schönau der Sequoia Privatstiftung. Die Familie Kremsner kümmert sich seitdem um das Schloss und den Park und hat mit der schrittweisen Erneuerung begonnen.



GESCHICHTE UNSERER SCHULE

Kategorie

Unsere Schule

Geschrieben

GESCHICHTE UNSERER SCHULE

GESCHICHTE UNSERER SCHULE

Die Geschichte unserer Schule:
35 Jahre Waldorfschule 


1996 übernahmen Eltern und Lehrer den Paradehof und das Kastell des Schlosses Schönau und übersiedelten mit 6 Klassen in die heutige Waldorfschule nach Schönau.


Die Geschichte unseres Ortes

Die Geschichte unseres Schulortes ist ebenso faszinierend wie beeindruckend – und eng mit Erzherzog Otto Franz Joseph von Österreich verbunden. Als großer Pferdeliebhaber ließ er einst den sogenannten Paradehof anlegen: einen großzügigen, offenen Platz, der den Zugang zum Schloss Schönau und zu den Stallungen ermöglichte. Hier konnten Kutschen und Pferde bequem ein- und ausfahren – ein lebendiger Treffpunkt höfischer Eleganz und Bewegung.

Spuren dieser prunkvollen Zeit sind bis heute erhalten. In unserem Werkraum befinden sich noch immer die roten Marmorbecken, die einst als Pferdetränken dienten. Sie erzählen still von der Vergangenheit und lassen erahnen, wie bedeutend dieser Ort einst war.

Auch der Innenhof birgt zahlreiche historische Details: große Torbögen, unter denen früher die Kutschen untergestellt wurden, sowie unser heutiger Festsaal, der einst als Heuboden diente. Wer aufmerksam durch das Gelände geht, entdeckt überall kleine Zeugnisse vergangener Zeiten – alte Gewölbe mit feinen Ornamenten, hohe Durchgänge und versteckte Winkel.

Erst vor kurzem haben die Kinder unter der großen Platane eine alte Pferdetränke ausgegraben – ein weiterer Fund, der die Geschichte unseres Ortes lebendig werden lässt.

So bleibt dieser Ort bis heute ein wenig verwunschen, voller Geschichten und Erinnerungen. Der Schlosspark galt einst als einer der schönsten in Europa – und noch heute scheint dieser Ort ein Stück seiner alten Magie bewahrt zu haben.

Text zum Ausklappen mit einer Zeitleiste zum scrollen z.B. 

Viele, berühmte Persönlichkeiten waren Besitzer von Schloss Schönau: Jérôme Bonaparte, Fürst Johann von und zu Liechtenstein über Erzherzog Otto Franz Josef von Österreich und seinen Sohn Kaiser Karl I. bis hin zu Erzherzogin Elisabeth Marie (der „Roten Erzherzogin“).

Die Geschichte unseres Ortes beginnt schon vor sehr langer Zeit – nämlich im 11. Jahrhundert. Damals baute Hartungus de Schonowe ein Wasserschloss. Es sollte die neu angesiedelten Bayern schützen. Bis ins 13. Jahrhundert gehörte die Burg den „Herren von Schönau“.

Im Laufe der Zeit wechselte die Wasserburg Schönau viele Male ihre Besitzer. Sie lag an einem wichtigen Ort. Von hier aus konnte man das Triestingtal und wichtige Wege in Nord-Süd-Richtung sichern. Immer wieder wurde die Burg angegriffen, vor allem von Osten. Während der Zweiten Türkenbelagerung im Jahr 1683 suchten viele Menschen aus der Umgebung in der Wasserburg Schutz.

Mitte des 18. Jahrhunderts brannte die alte Wasserburg ab. An ihrer Stelle wurde ein Schloss gebaut. Im Jahr 1796 kam es in den Besitz von Baron Peter Freiherr von Braun. Er ließ das Schloss erweitern und lud oft Gäste zu Festen und Veranstaltungen ein. Der Schlosspark wurde in dieser Zeit besonders schön gestaltet und galt als einer der schönsten in Europa. Als Märchenpark mit dem „Tempel der Nacht“ war er eine große Attraktion. Viele Besucher kamen hierher – sogar Kaiser und Könige aus ganz Europa. Aus Geldnot musste Freiherr von Braun das Schloss im Jahr 1817 aufgeben. Er tauschte es mit Jérome Bonaparte gegen ein anderes Schloss. Jérome Bonaparte war der Bruder von Napoleon und König von Westphalen. Nach der verlorenen Schlacht von Waterloo lebte er eine Zeit lang im Exil auf Schloss Schönau.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kauften die Habsburger das Anwesen Schönau. Kaiser Franz Joseph I. schenkte das Schloss seinem Neffen Erzherzog Otto Franz Josef. Dieser ließ das alte Wasserschloss abreißen und baute nach eigenen Plänen eine große, klassizistische Villa. Sie ist das heutige Schloss Schönau. Auch der Park wurde neugestaltet. Es entstand ein Schlossteich, und die Pferde des Erzherzogs wurden in den Stallungen untergebracht. Durch eine Schneise im Wald konnte er direkt zur bekannten Pferderennbahn in Kottingbrunn blicken. Sein Sohn, der spätere Kaiser Karl I., feierte im Schloss seinen 18. Geburtstag. Im Jahr 1910 schenkte Kaiser Franz Joseph I. das Schloss seiner Enkelin Elisabeth Marie von Habsburg-Lothringen zur Hochzeit. Sie heiratete Fürst Windischgrätz und lebte viele Jahre auf Schloss Schönau. Sie war Biologin, entwickelte neue Rosenarten, pflanze seltene Bäume aus vielen Ländern in den Schlosspark und interessierte sich sehr für spirituelle Themen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss von der deutschen Wehrmacht genutzt. Nach dem Krieg, im Jahr 1945, besetzten russische Truppen Schönau und richteten im Schloss ein Krankenhaus für Verwundete ein. Ab 1948 wurde das Gut von den Russen verwaltet. Im Jahr 1951 bekam Alexandrine Baronin Happack das Anwesen. Einige Jahre später wurde das Schloss verpachtet.

Zwischen 1965 und 1973 hatte Schloss Schönau eine ganz besondere Aufgabe. Es war eine Station für jüdische Menschen aus der UdSSR, die auswandern wollten. Rund 70.000 Menschen erhielten hier ihre Reisedokumente, bevor sie nach Israel weiterreisen konnten.

Am 14. Februar 1978 zog das Gendarmerie-Einsatzkommando Cobra in das Schloss ein. Das Schloss wurde umgebaut und für Training, Wohnen und Arbeiten genutzt. Es gab Aufenthaltsräume, eine Sanitätsstation und ein Trainingsgelände. Als die Cobra 1992 nach Wiener Neustadt übersiedelte, wurde das Schloss nicht mehr benutzt und stand schließlich leer. Es begann zu verfallen.

Im Jahr 1995 übernahm die heutige Waldorfschule einen Teil des Schlosses, nämlich den Paradehof und das Kastell.

Seit 2004 gehört Schloss Schönau der Sequoia Privatstiftung. Die Familie Kremsner kümmert sich seitdem um das Schloss und den Park und hat mit der schrittweisen Erneuerung begonnen.