DER PHYSIKUNTERRICHT
Der Physikunterricht will phänomenologisch zum Verstehen elementarer Naturerscheinungen führen. Diese werden möglichst exakt beobachtet, ihre Bedingungen erforscht und von den SchülerInnen in Versuchsbeschreibungen detailliert ausformuliert. Die Beschränkung auf eine kleine charakteristische Auswahl ergibt ein exemplarisches Vorgehen, wie es beispielsweise Martin Wagenschein vertreten hat.
Auf die klare Trennung von Beobachtung und Schlussfolgerungen wird Wert gelegt. Diese werden erst am nächsten Tag durch gemeinsames Ordnen der Erscheinungsreihen entwickelt, wenn die SchülerInnen „darüber geschlafen“ haben und also auch Gelegenheit hatten, sich Gedanken zu machen.
Dabei sollen im Unterrichtsgespräch auf sokratischem Wege Begriffe entstehen, die keine abstrakten Modelle sind, sondern die Erscheinungen erklären, im Sinne der Formulierung des Nobelpreisträgers Richard Feynman:
„Der wirkliche Triumph der Wissenschaft besteht darin, dass wir einen solchen Gedankenweg finden können, dass das Gesetz einleuchtend erscheint“.*
* Feynman, Richard/Leighton, Robert/Sands, Matthew: Vorlesungen über Physik. Band I, Teil 2. München, Oldenbourg, 1973.
Von diesem Fundament aus, kann dann kursorisch in die Breite geblickt werden. Eine geschichtliche Einordnung mit biografischen Elementen wichtiger ForscherInnen liefert dafür lebendige Anknüpfungspunkte.


