Landschule Schönau

was uns ausmacht

 

  • Der Klassenverband bleibt über die gesamte Schulzeit bestehen - es gibt kein "Sitzenbleiben". Ein:e Klassenlehrer:in begleitet die Schüler:innen über die ersten fünf Schuljahre in den Hauptgegenständen. Danach erfolgt ein Klassenlehrer:innenwechsel für die Mittelstufe (6. - 8. Schulstufe). Ab der Oberstufe (9. - 12. Schulstufe) übernimmt ein:e Tutor:in die Begleitung der Klasse. Dank der engmaschigen und langjährigen Begleitung durch Pädagog:innen und dem langen Zusammensein mit Klassenkamerad:innen ermöglichen wir den Kindern und Jugendlichen einen Platz, an dem sie sich zuhause und sicher fühlen und ihr Potenzial voll entfalten können. 

  • Der Unterrichtsverlauf wird auf verschiedenen Ebenen bewusst rhythmisch gestaltet (z.B. drei- bis vierwöchige Epochen in vielen Gegenständen). In einer Epoche beschäftigen sich die Schüler:innen in den ersten beiden Unterrichtsstunden des Tages mit einem Thema, z.B. Mathematik oder Geschichte oder Biologie. Durch diese Form des Unterrichts tauchen die Schüler:innen besonders tief in das Thema ein und setzen sich intensiv damit auseinander. Nach der Epoche darf das Gelernte ruhen und verarbeitet werden, bis es zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorgeholt und erweitert wird.

  • Englisch, Russisch, Französisch, Musik, Eurythmie, Kunst, Sport, Handarbeiten und Werken finden wöchentlich in den Fachstunden statt und werden nicht epochenweise unterrichtet. Da Schreiben und Rechnen kontinuierlicher Übung bedarf, werden diese Gegenstände in sogenannten Übstunden regelmäßig gefestigt.

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Zeugnis und Zeugnisspruch

 

An Waldorfschulen gibt es "zwei Zeugnisse". Einmal die schriftliche und sehr ausführliche Beschreibung des:r Schüler:in, die (vor allem in der Unterstufe) rein an die Eltern gerichtet ist. Zum Anderen gibt es den Zeugnisspruch, der den Schüler:innen der 1.-7. Klassenstufe direkt von de:r Lehrer:in gegeben wird. Der Zeugnisspruch ist ein oft liebevoll selbst gedichteter bzw. formulierter Spruch, der dem Kind als Leitspruch für das nächste Jahr dienen darf. Er wird dann einmal in der Woche, jeweils an dem Geburts-Wochentag des Kindes vor der gesamten Klasse vorgetragen. Dieses regelmäßige Tun, das Heraufholen eines geistigen Inhalts ins Bewusstsein, hilft dem Kind bei der Entwicklung jener Fähigkeiten, die im Spruch symbolisch angedeutet werden. Die Zeugnissprüche sind als liebevolle Hinwendung und Hilfestellung, keinesfalls als Kritik oder Zurechtweisung gedacht. Es ist ein Geschenk, das die Schüler:innen das ganze Jahr über mit sich tragen und das ihnen helfen kann, die neuen Fähigkeiten - oder welche, die noch im aller anfänglichsten Keimstadium existieren - zu entdecken und zu entwickeln. Sie geben Zeugnis davon, wie das Kind erlebt wurde und davon, dass man gesehen hat, wohin die Reise hingehen könnte.

Große Spannung herrscht am letzten Schultag, wenn die "neuen" Zeugnissprüche in feierlicher Stimmung von de:r Lehrer:in vorgetragen und verteilt werden. Dann nehmen die Kinder sie mit in die Ferien, um sie dann zu lernen und sie den Rest des Jahres stolz mit sich zu tragen.

Die Lehrkraft hilft das ganze Jahr über den Spruch schön zu artikulieren, es ist der Moment in der Woche, in der die gesamte Aufmerksamkeit wirklich nur auf dem oder der Sprechenden liegt.

Gegen Ende des Schuljahres bemerkt man dann manchmal bereits eine kleine "Spruchmüdigkeit", doch auch wenn das Schuljahr sich zu Ende neigt, wird der Spruch noch einmal ganz feierlich und ernsthaft vorgetragen.

Zeugnissprüche zu erstellen ist ein sehr besonderer und geistiger Prozess, während dem man sich sehr stark mit dem jeweiligen Kind verbindet. Umso wundervoller, dass das Kollegium hier in diesem Rahmen einige der selbst verfassten Zeugnissprüche für die Öffentlichkeit freigibt. Danke dafür!

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 Zeugnissprüche 

 

In der 2. Klasse sind unter anderem Natur- und Tiergeschichten Teil des Erzählstoffes. Sie vertiefen die im Kinde liegende Verbindung mit den Naturreichen. Der folgende Zeugnisspruch darf im Kinde das Vertrauen und die Freude am Wiederkehrenden als auch am Gemeinschaftlichen ansprechen:

"Wir ziehen in den Süden um uns zu sonnen,

denn jedes Jahr wieder fliegen wir Gänse dorthin um wiederzukommen.

Komm mit uns, öffne die Flügel,

die nächste Rast machen wir dort auf dem Hügel.

Das Abenteuer geht los, jeder weiß wohin,

wir reisen gemeinsam, denn das ist der Sinn." ~ Claudia Ettl

In der 4. Klasse ist die nordische Edda der Erzählstoff, der das Schuljahr begleitet. Der hier geschriebene Zeugnisspruch erinnert das Kind nach dem sogenannten Rubikon, einer Bewusstwerdung der Individualität und der Trennung vom Selbst und der Welt, an die Gaben, die tief in ihm schlummern und nicht vergessen werden sollen:

"Voll Interesse schau ich in die Welt,

weiß von dem Zauber, den sie bereit hält.

Schaue die Schönheit und bringe als Lohn,

die Gaben der Freya vor ihren Thron.

Mit Frühling, mit Liebe und auch mit Glück,

die Erdenweiten genussvoll ich schmück.

Doch, wenn es sein muss, dann kämpf ich voll Mute,

für die Gerechtigkeit und auch das Gute." ~ Caroline Blasel

Auch in der Mittelstufe werden die SchülerInnen von den Zeugnissprüchen wohl begleitet. In dieser Zeit geht es viel um Aufbruch, das Entdecken von Neuem, auch von Grenzen:

"Das Lied des Windes klingt und singt

und jeder Winter den Frühling bringt.

Da zieht sie los, geht auf Wanderschaft,

erkundet die Welt,

will prüfen was versprochen, ob es hält.

Die Neugier treibt sie von Land zu Land,

ein Lied auf den Lippen, den Stock in der Hand.

Sie findet was sie sucht

und sucht was sie findet.

Im Herzen behält sie, was sie frei lässt, nicht bindet." ~Iris Wallisch

Der Aufbruch in die 7. Klasse ist wie ein großes Wagnis, eine Reise ins Unbekannte, für die es nun gilt, mit Geduld und Zuversicht neue Fähigkeiten zu entwickeln. Die Themen der Entdeckungen und auch der wissenschaftlichen, sorgfältigen Beobachtung stehen im Zentrum.

"Siehst du ihn,

den Seiltänzer dort oben?

Siehst du ihn wachsam wandern

zwischen den Türmen?

Er sieht nicht weit unter ihm

die tief besorgte Menschenmenge.

Er hört nicht ihre angstvoll-ungläubigen Rufe.

Er lebt und atmet nur

von einem sorgsam gesetzten Schritt zum nächsten.

So ruht er ganz in sich, in der stillen Balance,

die sein Leben erhält.

Nun ist er endlich drüben angekommen!

Es ist, als erwache er aus einem tiefen Traum,

in dem ein riesiger Engel ihn, in seinen Flügel gehüllt,

über den Abgrund getragen.

Die Menge unten seufzt in Dankbarkeit

und lebt erneut und ganz von vorn, wie er." ~ Eva Cranstoun

Weitere führende Informationen finden Sie auch auf der Seite des Waldorfbundes.

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Russisch

 

Warum an unserer Schule Russisch unterrichtet wird?

Russisch fördert die emotionale Entwicklung der Kinder. Durch ihre Klangfülle und Musikalität spricht gerade die russische Sprache die Kinder unmittelbar im Inneren, im Geistigen an. Harte und weiche Konsonanten sowie viele offene Vokale geben dieser Sprache ihren melodisch-rhythmischen Charakter. Die Kinder lernen die Sprache in ihrer Ganzheit mit vielen chorischen und musikalisch-rhythmischen Elementen, indem sie in die Sprache eintauchen und sie nachahmend entdecken. Dadurch entsteht eine tiefe Beziehung zu Sprache, die weit mehr bewirkt als bloße Sprachkenntnisse.

Russisch zu lernen ist eine Abenteuerreise voller Überraschungen!

Am Anfang gewinnt man eine neue Sicht auf die Welt (um Russisch frei sprechen zu können, muss man lernen anders zu denken) und am Ende lösen sich die Vorurteile und die gängigen Klischees gegenüber einem großen Teil der Welt auf. Durch die russische Sprache finden die Schüler;innen einen ganz individuellen Zugang zu der reichen, einzigartigen slawischen Kultur des Ostens, sie erfahren vieles über die Geschichte und den modernen Alltag ihres europäischen Nachbarn. Dadurch gewinnen die Schüler:innen ein besseres Verständnis der russischen Kultur: „eine gemeinsame Sprache finden“ drückt das Ziel jeder Verständigung aus. Sie erfahren eine für die Westeuropäer:innen ungewohnte Sicht der Dinge.

Die Schüler:innen können sich selbst von einer anderen Seite erleben, wenn sie in das Kleid einer für sie völlig fremden Sprache schlüpfen. Gleichzeitig lernen sie die eigene kulturelle Verankerung kennen und reflektieren.

 

Russischlernen ist eine echte Herausforderung, denn man muss sich völlig vom Vertrauten lösen und selbständig neue Wege beschreiten. Dieser mutige Sprung ins Unbekannte wird vielfach belohnt! Man gewinnt dadurch nicht nur Kenntnisse einer neuen Sprache, sondern auch wertvolle Kompetenzen, die durch den selbständigen Spracherwerb entwickelt werden. Diese werden beim Erlernen weiterer Sprachen von großem Nutzen sein!

Russisch ist ein Teil der riesigen Sprachcommunity!

Die meisten Schüler:innen lernen (neben dem Englisch) beliebte europäische Sprachen wie Französisch, Italienisch oder Spanisch. Aber wie viele haben die Möglichkeit, Russisch in der Schule zu lernen? Im Zuge der EU – Osterweiterung gewinnt diese Sprache immer mehr an Bedeutung und Wichtigkeit. Russischkenntnisse dienen bei den Bewerbungen als eine wichtige Zusatzqualifikation und erleichtern das Erlernen aller weiteren slawischen Ostsprachen, denn Russisch ist Teil einer großen slawischen Sprachfamilie! Russisch ist eine „Basissprache“ im postsowjetischen Raum (wie Latein für die Sprachen in Westeuropa), in 10 Staaten ist sie die Amtssprache und in 16 Ländern wird sie gesprochen.

Russland ist das größte Land der Welt. Mit ca. 200 Millionen Sprechern, davon ca. 150 Millionen Muttersprachlern, ist Russisch eine der meistverbreiteten Sprachen Europas und gilt als eine der Weltsprachen. 

Wie kann ich mein Kind unterstützen, wenn ich selbst kein Russisch kann?

Der Unterricht ist so aufgebaut, dass die Schüler selbständig Vokabeln und Grammatik lernen können. Viele Schüler:innen sind stolz darauf, eine Sprache zu lernen, die ihre Eltern nicht beherrschen. Falls ernste Schwierigkeiten auftauchen, wird an unserer Schule eine zusätzliche kostenlose Russischförderstunde angeboten.

Ist Russisch eine schwer zu erlernende Sprache?

In der Unterstufe fällt es den Kindern nicht schwer, Russisch zu lernen. Das geschieht spielerisch, mit viel Freude und Bewegung. Das Schreiben der russischen Buchstaben finden die Schüler:innen spannend, dadurch wird ihre Schreibschrift (auch in Deutsch) meistens verbessert. In der Regel lernen die Kinder verblüffend schnell lesen und brauchen bedeutend mehr Zeit für die Schreibschrift. Die Grammatik hat eine komplexe Struktur und wird ab der Mittelstufe zu einer Herausforderung, die mit viel Motivation, Fleiß und regelmäßiger Übung gut zu schaffen ist.

 

Eurythmie

Eurythmie ist eine Bewegungskunst nach Rudolf Steiner mit dem Ziel der Harmonisierung von Körper, Geist und Seele; Eurythmie macht Sprache und Musik durch Bewegung sichtbar. Sie ist ein Unterrichtsfach in der Schule, aber auch therapeutisch einsetzbar.

 

Wir unterrichten Eurythmie ab dem Kindergarten bis in die 12. Klasse. Die bearbeiteten Texte orientieren sich am Erzählstoff der jeweiligen Klassenstufe. In der Oberstufe geht die Eurythmie in die Bewegungskunst über. Das erlaubt den Schüler:innen, ihren Körper als künstlerisches 

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